Fachkräftemangel – konjunkturelles oder strukturelles Problem?

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Mit verstärkten Hinweisen auf einen konjunkturellen Abschwung, möglicherweise sogar eine drohende Rezession, in Deutschland könnte der Eindruck entstehen, dass sich das Problem des Fachkräftemangels im Mittelstand durch Entlassungen, insbesondere in der Großindustrie verringert. Bei näherer Betrachtung erweist sich dies jedoch als Trugschluss.

 

Fachkräftemangel – die Fakten

Der Begriff Fachkräftemangel beschreibt den Zustand, bei dem eine bedeutende Anzahl von Arbeitsplätzen für Mitarbeiter mit bestimmten Fähigkeiten, sog. Experten oder Fachkräfte, nicht besetzt werden kann. Besonders betroffen sind Positionen im IT- Umfeld. Doch woher kommt dieser Mangel an Fachkräften? Dies hat verschiedene Gründe.

 

Fachkräftemangel – die Gründe

  • Einer der Hauptgründe ist der demographische Wandel. So sinkt die Bevölkerung der Erwerbstätigen Personen bis 2030 um 3,9 Millionen, bis 2060 sogar um 10,2 Millionen Menschen.
  • Darüberhinaus hat sich der Arbeitsmarkt verändert. Während 2005 die Arbeitslosenquote bei ca. 11,2 % lag, liegt sie heute bei 3,1 %.
  • Digitalisierung – So zeigt eine Studie, dass 27 % der Arbeitgeber eine Stelle nicht besetzen können, weil den Bewerbern benötigte Fähigkeiten (Hard und Soft Skills) fehlen. Auf der anderen Seite werden zahlreiche Jobs durch digitale Lösungen ersetzt.

 

Fachkräftemangel – die Auswirkungen

  • Eine Studie der DZ-Bank ergab, dass ca. 96 % der befragten Unternehmen vom Fachkräftemangel betroffen sind. Dabei machen sich 82% der befragten Unternehmen Sorgen, bei 42 % wird das Thema als dringlich oder existenziell gesehen.
  • Die Einbußen der Wirtschaftsleistung Deutschlands werden aufgrund des Fachkräftemangels (und der folglich nicht besetzten Stellen) auf rund 30 Milliarden Euro geschätzt.
  • Unter anderem ist der Mittelstand stark betroffen. Vier von Fünf mittelständischen Unternehmen bezeichnen es als schwer bis sehr schwer, passende Mitarbeiter zu finden. Darunter hat sich die Anzahl der betroffenen mittelständischen Unternehmen, die große Probleme haben, in nur kurzem Zeitraum von 16 % (2015) auf 27 % (2018) erhöht. Insgesamt belaufen sich die Umsatzeinbußen im Mittelstand auf 53,4 Milliarden Euro.
  • Stark betroffene Bereiche und Branchen sind einer Studie zufolge insbesondere IT, Produktionsberufe, Beratung & Vertrieb, Ingenieure, Gesundheit & Pflege sowie Metall und Elektro. Dabei sticht die Suche nach Mitarbeitern im IT-Bereich deutlich hervor. 29 % der befragten Unternehmen suchen im Bereich IT nach neuen Mitarbeitern.

 

Fachkräftemangel – Ausblick

  • Obwohl sich der Optimismus hinsichtlich der wirtschaftlichen Entwicklung aufgrund aktueller Konfliktpotentiale und div. protektionistischen Maßnahmen deutlich reduziert und der Ausblick eingetrübt hat, bleiben die fundamentalen Auswirkungen des Fachkräftemangels grundsätzlich bestehen. Somit ist der Fachkräftemangel nicht als solcher zu sehen, sondern als Fachkräftewettbewerb zu betrachten. Die Zeiten des „Post & Pray“ (also Stellenanzeigen online stellen und auf Bewerbungen warten sind vorbei. Neue Sichtweisen und Vorgehensmodelle sind erforderlich, also ein verstärktes Recruiting Marketing ist jetzt erforderlich:
    • Active Sourcing (die aktive Ansprache von Kandidaten)
    • Talent Pool (Beziehungsaufbau mit Kandidaten) bis hin zu
    • analytische Auswertung (Online Assessment)

sind Ansätze und ein möglicher Ausweg aus der Misere. Eben weil es sich bei dem Thema Fachkräftemangel um ein strukturelles Problem handelt, ist es hier besonders wichtig, mit der Zeit zu gehen und moderne Methoden im Recruiting zu nutzen. Geeignete Softwarelösungen, die alle diese Aspekte vereinen sind jetzt gefragt!

 

Quellen

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